Silvesterbräuche in aller Welt

Andere Länder, andere Bräuche.

Andere Länder, andere Bräuche.

Die Spanier und Portugiesen nehmen den Mund gerne ziemlich voll, die Brasilianer hüpfen im Meer auf und ab und die Italiener sehen rot. Na, weisst du schon, von welchem besonderen Tag im Jahr die Rede ist? Genau: Silvester! Überall auf der Welt werden in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar nicht nur Raketen in die Luft geschossen – auch so manche kuriose Bräuche laden am letzten Tag des Jahres zum Mitmachen, Lachen und Kopfschütteln ein.

 

Spanien und Portugal

Die einen machen Sekt draus, die anderen essen lieber das Rohmaterial: Trauben in allen Formen und Farben scheinen das vermutlich beliebteste Lebensmittel für einen gelungenen Silvesterabend zu sein. Während die Deutschen, Schweizer und Österreicher am liebsten mit einem Gläschen Sekt anstossen, bevorzugen die Spanier die Traube in ihrem Naturzustand. Wenn die Kirchenglocken das neue Jahr einläuten, isst der traditionsbewusste – und etwas abergläubische – Spanier pünktlich zu jedem Glockenschlag eine Weintraube. Vorsicht ist allerdings gleich doppelt geboten: Zum einen dürfen die Trauben nur im Ganzen geschluckt werden, zum anderen wird vom Pech verfolgt, wer beim zwölften Schlag noch Trauben im Mund hat. Wer mundgerechtere Glücksbringer bevorzugt, sollte Silvester stattdessen vielleicht lieber im Nachbarland Portugal verbringen. Anstatt Trauben verdrücken die Portugiesen mit jedem Glockenschlag eine schrumpelige Rosine. Die lässt sich nicht nur leichter den Rachen hinunterspülen; etwas wünschen darf man sich bei jedem Glockenschlag gleich auch noch! Na denn: Feliz ano novo und guten Appetit!

 

Brasilien

Über sieben Wellen musst du springen – das ist das Motto der Brasilianer in der Silvesternacht. Wer in Sachen Glück auf Nummer sicher gehen will, krempelt um Mitternacht die Hosenbeine hoch, springt am Strand über sieben kleine Wellen und wünscht sich bei jedem Hüpfer etwas. Wem das noch nicht genug ist, der kleidet sich an «Réveillon», wie Silvester in Brasilien genannt wird, ganz in Weiss. Dabei darf jedoch nicht irgendein alter Fummel hervorgekramt werden. Die Silvesterrobe sollte neu erstanden sein. Schliesslich geht es bei der Kleiderordnung darum, möglichst «rein» ins neue Jahr zu starten. Kein Wunder haben in den Wochen vor Silvester weisse Kleider und Badehosen Hochkonjunktur in den Käufhäusern zwischen Rio und Recife. Von Glück und Geld regelrecht überschüttet werden müsste, wer zuletzt auch noch der Meeresgöttin Iemanjá huldigt. Wie das geht? Einfach eine Gladiole an einem der vielen Strassenstände erstehen und ins Wasser werfen. Aber Achtung: Die Farbe der Blume entscheidet, ob den Blumenwerfer im neuen Jahr Glück in der Liebe oder doch eher Erfolg im Berufsleben erwartet. 

 

Italien 

Auf den ersten Blick unterscheidet den silvesterwütigen Italiener kaum etwas von den Partylöwen in den Nachbarländern. Auch Italiener begiessen das neue Jahr am liebsten mit Prosecco und schiessen Raketen in die Luft. Doch wer ganz genau hin- bzw. drunterschaut, wird den Unterschied erkennen: Die Italiener sehen an Silvester rot! Denn nur wer rote Unterwäsche trägt, kann im neuen Jahr mit Glück, Liebe und Gesundheit rechnen. Dabei darf die Unterwäsche allerdings nicht selbst gekauft sein. Die Glücksterne stehen nur für denjenigen gut, der sie geschenkt bekommt und spätestens am 2. Januar wieder in der Mülltonne versenkt. Daneben werden am Silvesterabend häufig Linsengerichte aufgetischt. Die Linsen ähneln nicht nur kleinen Geldmünzen, sondern quellen beim Kochen auch noch auf. Na, wenn das keinen Geldsegen im neuen Jahr bedeutet?! Neben roter Unterwäsche und Linsengerichten hat Italien noch eine weitere besondere Verbindung zu den Neujahrsfeierlichkeiten: Namensgeber der Sause zum 31. Dezember ist kein geringerer als der römische Papst Silvester I., der am 31. Dezember 335 verstarb. 

Zurück