Die SBB und der Tierschutz

Von Schafen, Schlangen und Spaziergängerunterführungen.

Von Schafen, Schlangen und Spaziergängerunterführungen.

Reptilienburgen, Wildtierkorridore und Schafe, die als Rasenmäher angestellt sind – wenn es um den Schutz von Flora und Fauna rund um die Bahngleise geht, greift die SBB auch mal zu ungewöhnlichen Massnahmen. So baut die SBB mit dem Gateway Basel Nord nicht nur ein neues Terminal für Schiene, Strasse und Schiffverkehr, sondern auch ein Paradies für Schlangen. Schlangen in Basel? Tatsächlich fühlen sich die Reptilien auf dem von der Zivilisation weitestgehend ungestörten Areal am Rhein pudelwohl. Mit dem Bauprojekt wird sich das Gebiet allerdings stark verändern, weshalb die SBB sogenannte «Tabuflächen» geschaffen hat, auf welche die Tiere ausweichen können. Daneben sollen ein Vernetzungskorridor aus Hecken und Totholzhaufen sowie «Reptilienburgen» dafür sorgen, dass die Schlangen so wenig wie möglich vom Baustellentrubel mitbekommen. Gleisunterführungen sorgen dafür, dass die Reptilien die Gleise unbeschadet unterqueren können. Dank einer umfunktionierten Fussgängerunterführung müssen sich auch im Suret-Wald bei Aarau Fuchs und Hase nicht mehr über die Gleise hinweg gute Nacht sagen. Stattdessen ermöglicht die auf 15 Meter verbreiterte und für Spaziergänger gesperrte Unterführung den Wildtieren, problemlos von der einen auf die andere Seite der Schienen zu gelangen. Ein Tierschutzprojekt der etwas anderen Art ist die Herde von Schafen, die vom Aussterben bedroht sind. Sie unterstützt die SBB bei der Pflege der Böschungen entlang der Gleise. Die vierbeinigen «SBB-Mitarbeiter» knabbern dabei vor allem die für Maschinen schwer zugänglichen oder in Naturschutzgebieten liegenden Böschungen ab. Dabei gehen die tierischen Rasenmäher besonders rücksichtsvoll vor: Zum einen verschonen sie die Lebensräume von bodenbrütenden Vögeln, Schmetterlingen und Heuschrecken, zum anderen machen sie dank ihrer Vorliebe für Unkräuter auch den hartnäckigsten Problempflanzen den Garaus – und das ganz ohne Chemie. Tierisch gut! 

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