Der Geist vom Kurhotel Val Sinestra

Vom Hotelgast zum Hotelgeist.

Vom Hotelgast zum Hotelgeist.

Wem es nicht reicht, sich mit einer Tüte Chips bei einem Horrorfilm auf dem Sofa zu gruseln, der sollte seine Herbstferien vielleicht in einem Spukhotel verbringen. Weltweit sorgen zahlreiche Hotels mit dunkler Vergangenheit für Hühnerhaut am Frühstücksbuffet. Auch in der Schweiz scheinen einige Geister eine Vorliebe für altehrwürdige Hotels zu haben. Und wer kann’s ihnen verdenken – zwischen frisch bezogenen Himmelbetten und goldenen Wasserhähnen macht das Erschrecken natürlich noch mehr Spass. Als «Gilbert» bezeichnen die Angestellten des ehemaligen Kurhotels im Val Sinestra ihren Hotelgeist. Seit das 100 Jahre alte Hotel mit seinen Türmchen und Erkern in den 1970er-Jahren von einem Investor gekauft und zu neuem Leben erweckt wurde, tragen sich immer wieder seltsame Dinge zu: Da kann es schon mal vorkommen, dass verschlossene Fenster auf einmal offen stehen, die Musik aus der Stereoanlage wie von Geisterhand lauter und leiser wird oder das Licht in geschlossenen Räumen plötzlich angeschaltet ist. Verantwortlich für den Spuk soll laut Andreas Meile, einem selbsterkorenen Medium und «Geisterjäger» vom Bielersee, ein einstiger Hotelgast aus Belgien sein. In den 1920er-Jahren hatte er das Kurhotel aufgesucht, um seine Tuberkulose auszukurieren. Dabei gefiel ihm der Aufenthalt offenbar so gut, dass er es sich nach seinem Tod als Geist im Hotel gemütlich gemacht habe. Am liebsten treibe sich «Gilbert» in der ehemaligen Bäder-Etage vor Raum Nr. 5 herum. Die ist für die Hotelgäste zwar leider nicht zugänglich, doch ab und an verirrt sich der Gast bzw. Geist aus Belgien angeblich auch in die oberen Etagen. Wenn du dich also am liebsten bei quietschenden Türen, knackenden Dielen und flackerndem Licht erholst: Nix wie auf ins Val Sinestra!

 

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