Das Bahnhofsbuffet

Vom Speisesaal zum Einkaufsparadies

Vom Speisesaal zum Einkaufsparadies

Ein Buffet im Bahnhof? Was heute vielleicht etwas seltsam klingt, war vor einigen Jahrzehnten ganz normal – und sah vor allem auch nicht wie ein Buffet, sondern wie ein riesiger Speisesaal aus. In fast allen grossen Bahnhöfen der Schweiz waren Gaststätten, die sogenannten Bahnhofbuffets, untergebracht. Dort konnten sich die Reisenden vor oder nach den Zugfahrten stärken – und zwar nach Klassen getrennt. Neben einer ersten und zweiten gab es lange Zeit sogar eine dritte Klasse. Diese Klassentrennung machte sich auch auf der Speisekarte bemerkbar: Die Menüs der gehobenen Klasse waren teurer und hatten mehr Gänge als die der tieferen Klassen. 1989 wurden die Klassenbezeichnungen in den Bahnhofbuffets der SBB abgeschafft – und mit ihnen auch die meisten Bahnhofbuffets. Denn längst waren die traditionellen Buffets in den meisten Bahnhöfen durch Restaurants, Take-aways oder Detailfachgeschäfte ersetzt worden. Während man vor 50 Jahren lediglich die Wahl zwischen Bahnhofbuffet, Speisewagen und dem einen oder anderen Buffetwagen auf dem Perron hatte, sorgen heute allein im Zürcher HB 191 Restaurants und Geschäfte beinahe rund um die Uhr dafür, dass die Reisenden mit allem versorgt sind, was sie brauchen – ob Lebensmittel, Kleidung, Zeitschriften oder Blumen. Manche Bahnhofbuffets bestehen allerdings bis heute. Das wohl bekannteste ist das in Olten. 1856 gegründet, ist es bis heute zentraler Bestandteil des Oltner Bahnhofs – und auch der Schweizer Geschichte. So wurde dort 1863 der Schweizer Alpen-Club gegründet, 1895 erblickte der Schweizerische Fussballverband im Bahnhofbuffet das Licht der Welt. 1:0 für das Bahnhofbuffet.

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