Die Geschichte des Wanderns

Von der Pilgerreise zum Volkssport.

Von der Pilgerreise zum Volkssport.

Bestimmt ist fast jeder von euch schon mit der Familie oder der Schulklasse zu einer Wanderung aufgebrochen. Nachdem die Brote geschmiert und die Wanderschuhe geschnürt sind, wird der Rucksack geschultert und die Entdeckungstour über Berg und Tal beginnt. Doch seit wann und warum gibt es das Wandern überhaupt? Und warum nehmen die Wandersleute nicht einfach Zug oder Auto, um ans Ziel zu kommen?

Der italienische Dichter Petrarca war einer der ersten dokumentierten Wanders-leute. Im Jahr 1336 bestieg er den Mont Ventoux – und das nicht etwa zu Forschungszwecken, sondern ganz einfach weil er Lust darauf hatte und die Welt einmal von oben betrachten wollte. Der Ursprung des Wanderns reicht allerdings noch weiter zurück. Denn als Auslöser für den weltweiten Wander-Trend wird allgemein das Pilgern angesehen. Bereits seit Jahrhunderten pilgern Menschen aus religiösen Motiven an die noch so entferntesten heiligen Stätten. Diese Art der Verschmelzung von Pilgerreise und Wandern lebt bis zum heutigen Tag fort. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Pilgerreise auf dem Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela. Denn für viele Pilger steht nicht die Ankunft in der Kathedrale von Santiago im Mittelpunkt des Pilgerns, sondern der Weg selbst. Würde man den Spruch «Der Weg ist das Ziel» nicht dem chinesischen Philosophen Konfuzius zuschreiben, könnte man gerade meinen, dass das berühmte Zitat aus dem Mund eines Wanderers stammt. Auch die Schweiz ist bereits seit dem 19. Jahrhundert eine beliebte Wanderdestination. Kein Wunder – denn die Landschaft ist nicht nur abwechslungsreich und atemberaubend; dank rund 65 000 Kilometern an Wanderwegen kann man auch die entlegensten Winkel der Eidgenossenschaft zu Fuss erkunden. Seit 1934 setzen sich der Verband Schweizer Wanderwege sowie die 26 kantonalen Wanderweg-Organisationen für Ausbau und Instandhaltung des Wanderwegnetzes ein – und sorgen mithilfe der leuchtend gelben Wegweiser dafür, dass wir beim Erkunden der Natur trotzdem nie das Ziel aus den Augen verlieren.

Zurück