SBB entdecken
Immer informiert!
Hast du gewusst, dass in der Schweiz täglich 850 000 Menschen mit dem
Zug unterwegs sind? Dass Bahnpolizisten in einem Jahr über 11000
Passagiere aus Zügen weisen oder sogar verhaften mussten? Oder dass es
eine Schnellfahrweiche gibt, über welche Züge mit über 200km/h donnern?
Nein? Dann bist du hier richtig. Denn Magic Ticket macht dich hier zum SBB-Kenner.
Wir wünschen dir viel Spass und spannende Geschichten.
Wenn Mr. Winter alle Hände voll zu tun hat...
Im Dezember und Januar lag in den Schweizer Bergen so viel Schnee wie schon lange nicht mehr. Dabei gab es keine Region oder Bahnlinie, die nicht vom Schnee betroffen war. Am meisten Schnee fiel auf den Bergstrecken am Lötschberg und Gotthard. Das bedeutete auch für die Eisenbahnen viel Arbeit, denn ständig musste Schnee von den Weichen und Perrons geräumt werden. Verantwortlich für den Winterdienst bei der SBB ist Herr Willimann, auch „Mr. Winter“ genannt. Herr Willimann ist Leiter des Operation Center Infrastruktur SBB und ist ebenfalls verantwortlich für die Wintermassnahmen bei der SBB. Um die Aufgabe als „Mr. Winter“ zu meistern, führt er ein Team von Mitarbeitern aus vier Divisionen (Abteilungen) der SBB. Dabei kümmert sich die Division Infrastruktur um die Gleise und Weichen, die Divisionen Personen- und Güterverkehr sind verantwortlich, dass bei diesen Winterbedingungen gefahren werden kann. Das heisst, dass sie die Züge vorheizen und die Batterien für das Licht im Zug kontrollieren müssen. Die Division Immobilien kümmert sich um die Zugänge zu den Bahnhöfen und die Perronräumung.
Organisation
Das Operation Center Infrastruktur erhält laufend Wetterdaten von einer meteorologischen Leitstelle, die über
800 Messpunkte in der ganzen Schweiz verfügt. Sobald Schnee vorhergesagt wird, werden die regionalen Einsatzteams alarmiert und aufgeboten. Diese Teams räumen die Weichen und die Perrons vom Schnee. Die aktuellen Einsätze der Teams sind auf einer schweizweiten Lagekarte ersichtlich. Bei Störungen des Zugverkehrs kann so sofort reagiert und mit bestimmten Massnahmen der Normalzustand im Bahnverkehr wieder hergestellt werden. Für die Räumung der Gleise und Weichen sind die regionalen Organisationen des Baudienstes der SBB verantwortlich. Oft müssen diese Mitarbeiter noch während der Nacht ausrücken, um vor den ersten Zügen am Morgen die Gleise fahrbar zu machen. Für eine normale Schneeräumung werden in der ganzen Schweiz ca. 200 Mitarbeitende eingesetzt. Für einen Grosseinsatz stehen weitere 400 Mitarbeitende zur Verfügung. Um Perrons und Bahnhofszugänge zu räumen, stellt die SBB zusammen mit aussenstehenden Firmen 600 Einsatzkräfte bereit. Dabei steht die Sicherheit der Einsatzgruppen stets im Vordergrund, da bei Schnee die Züge schlechter gesehen und gehört werde
Schneeräumung und Enteisung
Die Schneeräumung und die Entfernung von Eis in den Weichen finden mit speziellen Besen und Schaufeln statt. Bei starkem Schneefall werden Schneefräsen und Schneepflüge eingesetzt. Viele Weichen verfügen über eine Weichenheizung, damit sie nicht einfrieren. Da die Schienen durch die fahrenden Züge geräumt werden, sind die Zugänge zu den Tunnels immer schneefrei. Bei gewissen Bergstrecken können die Tunnels auch mittels Türen nachts geschlossen werden. Falls eine Nebenlinie oder eine Bergstrecke lange nicht befahren wird, schickt die SBB einen Extrazug, um den Schnee wegzuräumen. Weitere Probleme können durch Eis an den Zügen entstehen. Wenn der Zug in einen Tunnel fährt, löst sich das Eis aufgrund der höheren Temperatur im Tunnel. Das Eis kann dabei herumgewirbelt werden und Scheiben anderer Züge sowie Fahrleitungen beschädigen. Deswegen werden grosse Eisgebilde an den Zügen entfernt. Unterwegs können auch Eisklumpen von den Zügen in die Weichen fallen, was zu Betriebsstörungen führt. Bei solchen Störungen müssen Pikettleute oder Schneeräumtrupps gerufen werden. Ein Zug kann aber nicht an den Gleisen anfrieren, da die Räder keine grossen Flächen haben. Zudem sind die Züge meistens in Bewegung und haben keine Gelegenheit, anzufrieren.
Nachts sind die Züge an Heizanlagen angeschlossen, damit die Wagen für die Passagiere schon vorgeheizt sind und sich kein Eis an den Scheiben bilden kann. Die Fahrleitungen sind für den Zugverkehr Tag und Nacht eingeschaltet, so dass es zu jeder Tageszeit gefährlich ist, auf Eisenbahnwagen zu steigen. Auf den Perrons und Treppen an den Bahnhöfen kann sich auch Eis bilden. Dieses wird immer so schnell wie möglich entfernt, weil die SBB ihren Kunden optimale Sicherheit im Zug sowie am Bahnhof bieten will.
Das rollende Klassenzimmer
Magic Ticket besucht den SBB-Schulzug
Auf Bahnhöfen und in Zügen kommt es oft zu Sachbeschädigungen, zu Gewalttaten und zu schlimmen Unfällen. Deshalb lädt die SBB jedes Jahr Schulklassen in den SBB-Schulzug ein. Hier lernen die 12- bis 16-Jährigen, wie man sich im Zug und auf dem Bahnhof richtig verhält. Denn nur so bleibt Bahnfahren für alle sicher und angenehm.
Einsteigen bitte, Film ab. Als Erstes sehen die Schüler im Zugkino «RailReality». Ganz schön aufregend, was ein Lokführer so alles erlebt ... Kannst du dir etwa vorstellen, wie lange ein Zug braucht, um aus voller Fahrt zu stoppen? Fast 1000 Meter. Das erleben die Jungs und Mädchen im Loksimulator eins zu eins. Und sie sind erstaunt: «Wahnsinn, da hat der Lokführer ja keine Chance, wenn etwas auf dem Gleis ist.»
Jetzt wirds echt spannend: Der Strom in der Eisenbahn-Fahrleitung hat eine 65 Mal höhere Spannung als der Strom aus der Steckdose. Richtig, 15 000 Volt! Und das besonders Gefährliche daran: Für einen tödlichen Schlag muss man die Fahrleitung nicht einmal berühren. Der Strom kann nämlich bis zu einem Meter weit auf einen Menschen springen. «Jetzt geht mir ein Licht auf ... Kein Wunder ist Spielen und Klettern auf Bahnhöfen und Eisenbahnwagen verboten», meint der Sechstklässler Martin.
Nächster Halt: Bahnpolizei! Ohne Drohfinger, aber klar und deutlich erklärt Herr Märki von der Bahnpolizei den Schülern, wo es beim Zugfahren langgeht: «Schwarzfahren, Randalieren oder Graffitisprayen lohnen sich nicht. Denn wer erwischt wird, kriegt eine happige Busse. Und nicht selten endet der Spass vor dem Jugendrichter.»
Damit wird besonders zügig gelöscht!
Brände entflammen sich leider auch auf und neben den Schienen. Für diese und andere Notfälle ist die SBB jedoch mit 15 Lösch- und Rettungszügen bestens gerüstet. Diese imposanten Dinger bestehen aus einem Tanklöschwagen sowie einem Geräte und einem Rettungsfahrzeug. Mit einem Tankvolumen von 52 000 Litern kommt eine geballte Ladung Schaum und Wasser aus den Werfern, die bis zu 70 m weit spritzen und so den meisten Feuern in Windeseile den Garaus machen können.
Einige brandheisse Fragen…
die bestimmt auch euch auf der Zunge brennen. Marc Reber von der Betriebswehr hat die Antworten dazu.
Wie unterscheidet sich die Betriebswehr von der «normalen » Feuerwehr ?
Die Betriebswehr ( BW ) besitzt als Einsatzfahrzeug Lösch- und Rettungs ZÜGE. Weiter ist die BW auch für das Aufgleisen von Zügen ausgerüstet. In unseren Hilfswagen verfügen wir über Hebemittel, um bis zu 120 Tonnen schwere Lokomotiven heben zu können.
Gab es schon speziell schwierige oder ungewöhnliche Löscheinsätze?
Die Bahn ist grundsätzlich ein sicheres Transportmittel. Eher ungewöhnlich war ein Einsatz vom letzten Herbst, als wir die Fahrleitung ausschalten mussten, um ein «Büsi» von einem Baum retten zu können.
Was fasziniert Sie am Feuerlöschen?
In erster Linie der Wunsch, Menschen in Not helfen zu können. Es liegt mir aber auch am Herzen, durch einen professionellen und raschen Einsatz das Schadenausmass eines Ereignisses begrenzen zu können.
Was sollte man als Passagier tun, um Brände auf der Schiene zu vermeiden oder zu melden? Vorab gehören keine brennenden / glimmenden Abfälle in die Abfalleimer. Sollte ein Brand festgestellt werden, ist das Zugpersonal / der Lokführer zu verständigen oder die Feuerwehr via Telefon 118 zu alarmieren.
Wie kommt Mann oder Frau zur Betriebswehr ? In erster Linie rekrutieren wir unsere Mitarbeiter innerhalb der SBB. Sie verfügen mit Vorteil bereits über eine Feuerwehrausbildung und besitzen die Voraussetzungen, um zum Lokführer ausgebildet werden zu können.
Traumberuf Lokführer
War es schon immer dein Traum, LokführerIn zu werden? Steve erzählt dir von seinem Beruf als Lokführer.
Es war einmal die Eisenbahn...
Seit wann gibt es eigentlich die Eisenbahn?
Schon seit fast 200 Jahren! Ganz schön lange, nicht? Und trotzdem ist die «Alte Dame»
heute im Schuss wie noch nie.
1825 baute Robert Stephenson in England die erste Dampflokomotive, die einen Personenzug zog. Mit gerade einmal 40 Kilometern pro Stunde ratterte sie damals durchs Land. Für heutige Verhältnisse eine Schneckenpost. Für die Leute damals war das allerdings ein wahnwitziges Tempo. Man befürchtete sogar, eine Fahrt im Zug könne unheilbare Hirnschäden verursachen.
Was würden unsere Vorfahren wohl zu den Zügen sagen, die heute über die Schienen flitzen? Ganz ohne Rauch und mit atemberaubender Geschwindigkeit, wie zum Beispiel auf der 2004 eröffneten Neubaustrecke Mattstetten – Rothrist. Hier erreichen die Züge ein Tempo von 160 km/h. Damit schaffst du die Strecke Bern – Zürich in nur 58 Minuten. Und das erst noch, ohne im Stau zu stehen wie viele Autofahrer.
Viel Spass!
Wusstest du, dass es Brücken nur für wilde Tiere gibt?
Hast du dich schon gefragt, wie Füchse, Hasen oder Hirsche die Bahngleise überqueren? Dann mach dich hier schlau über Brücken, die speziell für Tiere gebaut wurden. Magic Ticket hat sich für euch auf diesen Tierbrücken umgesehen. Und tatsächlich: An verschiedenen Spuren im Boden konnten wir sehen, dass die Tierbrücken von vielen wilden Tierarten benutzt werden. Tagsüber verstecken sich die scheuen Tiere zwar lieber im Wald, aber vor allem nachts überqueren Marder, Füchse, Hasen, Rehe, Wildschweine oder Rothirsche die Bahngleise bequem und sicher. Die Tierbrücken nennt man auch Wildquerungen oder Wildtierpassagen, und sie sind zwischen 30 und 90 Meter breit. Sie müssen so breit sein, weil die Tiere sich sonst eingeengt fühlen würden. Ausserdem sind auf den Wildquerungen künstliche Teiche angelegt worden, damit sich auch Amphibien wie Frösche oder Molche wohl fühlen. Ihr seht: Das Wohl der Tiere liegt uns genau wie euch sehr am Herzen und wir tun alles, damit die wilden Tiere möglichst ungestört und sicher leben können.
Wenn du im Bahnhof nur noch Bahnhof verstehst.
Wer hilft dir auf dem Bahnhof, wenn du nicht mehr weiterweisst? Und wer kümmert sich verständnisvoll um die Sorgen und Probleme von Reisenden? Auf diese und viele Fragen mehr gibt dir unsere Bahnhofhelfer-Reportage Auskunft. Sie gewährt dir einen interessanten Einblick in das Innenleben eines Bahnhofs und auf die vielen Helferinnen und Helfer der SOS Bahnhofhilfe. Magic Ticket hat sich für dich mit einer dieser hilfsbereiten Seelen unterhalten. Astrid Fässler hat uns etwas über ihre spannende Arbeit erzählt.
Was genau ist die SOS Bahnhofhilfe?
Wir sind eine Anlaufstelle für alle Reisenden, die im Bahnhof Hilfe benötigen. Die Helferinnen sind von der SBB qualifiziert und die Dienstleistung ist gratis.
Gibts die Bahnhofhilfe auf allen Bahnhöfen?
Wir sind in Basel, Zürich, Bern, Luzern, Biel, Olten, Genf, Lausanne
und Chiasso vertreten.
Wer benötigt hauptsächlich Ihre Hilfe?
Vor allem Reisende in Rollstühlen, unsichere Senioren und alleinreisende
oder verängstigte Kinder.
Was fasziniert Sie an Ihrer täglichen Arbeit?
Jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Züge lassen sich
abfertigen, Menschen nicht ...
Wo findet man die guten, hilfsbereiten Bahnhofseelen?
In unseren «Stübli». Man kann uns auch anrufen oder
erkennt uns an den blau/orangen Gilets.
Was tun, wenn man im Bahnhof nicht mehr weiter weiss?
Kommen Sie zu uns, wir haben für alle Probleme eine Lösung.
Ganz nach dem Motto: orientieren, beraten, helfen.
Können Sie Reisenden oder «Verlorengegangenen» noch ein paar Tipps geben?
Sich unbedingt vergewissern, dass man in den richtigen Zug steigt. Oft wird aus
technischen Gründen der Bahnsteig gewechselt. Ausserdem sollte man nie das Gepäck unbeobachtet stehen lassen. Und natürlich auf Taschendiebe aufpassen.
Schnelle Ausländer auf Schweizer Schienen
Wusstest du, dass Schweizer Schienen auch von ausländischen Hochgeschwindigkeitszügen befahren werden können und dürfen? Weil die Schweiz im Herzen Europas liegt und sich bei uns wichtige Verkehrsachsen treffen, sind der französische TGV, der deutsche ICE und der italienische Cisalpino auf unseren Gleisen unterwegs. Sie sind gern gesehene Gäste, denn sie verbinden unsere heimischen Bahnhöfe mit wichtigen Städten wie Paris, Mailand, Venedig, Florenz, Stuttgart, Frankfurt oder Köln. Obwohl diese europäischen Hochgeschwindigkeitszüge eigentlich für Geschwindigkeiten von über 230 km/h entwickelt wurden, dürfen sie in der Schweiz nur höchstens 160 km/h fahren. Das liegt am engmaschigen Schienennetz und an der kleinräumigen Landschaft der Schweiz. Trotzdem verkehren sie sogar mehrmals täglich zwischen unseren Städten und Europa. Das ist nicht nur schneller, sondern vor allem auch viel bequemer, weil die Fahrgäste an der Schweizer Grenze nicht umsteigen müssen.
Die habens unter Kontrolle!
Die Männer und Frauen der Bahnpolizei sorgen dafür, dass sich Reisende auf den Bahnhöfen und in den Zügen immer sicher fühlen. Diese guten Seelen sind aber nicht nur für die Sicherheit von Passagieren da, sie helfen auch mit bei der Rettung auf und neben den Gleisen und erteilen Passanten kompetent Auskunft. Kurz: Die Bahnpolizei ist 24 Stunden am Tag vor Ort und steht bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.
Räuber und Poli auch im Zug?
Hier noch ein paar Fragen, die mit Sicherheit alle interessieren. Herr Martin Graf von der Securitrans steht euch Red und Antwort.
„Die Polizei, dein Freund und Helfer“. Gilt das jetzt auch in Zügen?
Ja, schon seit vielen Jahren. Früher wurde diese Aufgabe durch das Bahnpersonal direkt ausgeübt, heute gibt es die Spezialistinnen und Spezialisten der Bahnpolizei.
Wie unterscheidet man die Securitrans von der normalen Polizei?
Zu unseren zentralen Elementen gehört das vorbeugende Eingreifen bei Störungen im Zug, am Bahnhof oder auf dem Streckennetz.
Was sind so die häufigsten Probleme, die Sie antreffen?
Fahren ohne gültiges Billett. Dann auch Zurechtweisung bei nicht ordnungsgemässem Verhalten. Seien dies die Schuhe auf dem Sitzpolster, Verschmutzungen und Verschmierungen etc.
Wie sollen sich Zugreisende verhalten, wenns brenzlig wird?
Lasst euch durch aggressives Verhalten oder grossspuriges Verhalten nicht provozieren oder einschüchtern. Bei Notfällen ist die Einsatzzentrale der Bahnpolizei unter 0800 117 117 rund um die Uhr kostenlos erreichbar.
Was war Ihr aussergewöhnlichster Einsatz?
Das wiederauffinden von zwei behinderten Jugendlichen im Bahnhof Yverdon-les.Bains, nachdem diese während 48 Stunden verschwunden waren.

